Vortragsreihe „Zwischen Mythos und Tabuisierung – Flucht, Vertreibung und Integration nach dem Zweiten Weltkrieg in Erinnerungspolitik und kollektivem Gedächtnis“

(Leitung: Dr. Caroline Klausing und Dr. Verena v. Wiczlinski)

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Millionen Menschen von Zwangsmigration betroffen. Dazu zählten auch rund zwölf Millionen Deutsche aus Ostmitteleuropa. Die Integration der Vertriebenen stellte nicht nur eine der größten politischen Herausforderungen der Nachkriegszeit dar, sondern war auch eine herausragende soziale und wirtschaftliche Leistung der Bundesrepublik. Gleichwohl diskutieren Historiker kritisch, inwieweit die kulturelle und emotionale Integration der Vertriebenen als geglückt gelten kann.
Die zweiteilige Vortragsreihe „Zwischen Mythos und Tabuisierung - Flucht, Vertreibung und Integration nach dem zweiten Weltkrieg in Erinnerungspolitik und kollektivem Gedächtnis“ die vom Historischen Seminar Mainz gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz am 11.01.2017 und am 18.01.2017 veranstaltet wurde, nahm das Thema Vertreibung und Integration aus verschiedenen Perspektiven in den Blick. Am ersten Abend stand die öffentliche Erinnerung an Flucht, Vertreibung und Integration in der Bundesrepublik und Polen im Zentrum. Der zweite Abend beleuchtete die regionalgeschichtliche Ebene in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern im Vergleich und rückte vor allem die Beziehung zwischen den Vertriebenen und der Ankunftsgesellschaft in den Fokus.

https://www.blogs.uni-mainz.de/fb07geschichte/files/2017/01/Einladungsflyer-Veranstaltungsreihe-Flucht-und-Vertreibung-1.pdf

Studentisches Zeitzeugenprojekt:
Im Wintersemester 2016/17 fanden Lehrveranstaltungen der Arbeitsbereiche Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik statt, die das Thema Flucht und Vertreibung ebenfalls zum Gegenstand hatten. Aus engagierten Studierenden der entsprechenden Seminare und Übungen bildete sich eine studentische Arbeitsgruppe, die mit Studierenden des Instituts für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft (Fach: Kulturanthropologie/Volkskunde) unter Leitung von Jun.-Prof. Sarah Scholl Scholl-Schneider ein Projekt entwickelten. Dabei wurde in einem Film Herr Prof. Michael Pietsch als Zeitzeuge nach seinen Erfahrungen und Deutungen zu Flucht, Vertreibung und Integration befragt. Dezidiert kamen die verschiedenen Zugriffe und Arbeitsmethoden der Zeitgeschichte, Geschichtsdidaktik und Kulturanthropologie/Volkskunde zum Tragen.

Präsentation auf dem Dies legendi der Johannes Gutenberg-Universität am 26.10.2017:

Der Film wurde auf dem Dies legendi der Johannes Gutenberg-Universität präsentiert.

Direktlink zum Film auf Google Drive:


https://drive.google.com/open?id=1iVQe-P-edWu2-B0VYxb4Fh61yOJ_NlqJ

Beteiligte:
Maria Adam, Lara Baier, Tom Brunner, Sara Faraji, Maria Jahn, Tabea Kratzenstein, Lara Munsch, Karolina Preisner, Julia Tilentsidis

Von links: Maria Adam, Dr. Verena v. Wiczlinski, Dr. Caroline Klausing (Foto: Dr. Andreas Linsemann)