Erinnerungen an den Kommunismus in Rumänien. Familienbiographien im Prozess gesellschaftlicher Transformation

Valeska Bopp-Filimonov M.A.
Bonn


Dienstag, 24. Mai 2011, 18.15 Uhr, Hörsaal P 105 (Philosophicum)

Der Vortrag wird der Frage nachgehen, wie privates und öffentliches Erinnern in Rumänien seit 1989 zusammenspielt. Das offizielle Narrativ ist – insgesamt betrachtet – negativ: „Kommunismus“ ist eine negativ behaftete Zuschreibung der jüngsten Vergangenheit, die wenig differenziert über die gut 40 Jahre des sozialistischen Staates gestülpt wird. Der lebensgeschichtliche Zugang über Interviews eröffnet eine Perspektive „von unten“, aus der Wahrnehmung und dem Erleben der Zeitzeugen, auf Höhen und Tiefen des sozialistischen Landes. Allerdings fällt es den Sich-Erinnernden oft schwer, die richtigen Worte der Beschreibung zu finden, da es im öffentlichen Diskurs kein Angebot für eine differenzierte Darstellung gibt, die dem vielschichtigen Erleben in ganz unterschiedlichen Jahrzehnten gerecht wird.

Valeska Bopp-Filimonov M.A., hat Kulturwissenschaften, Germanistik, Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie Französistik, Rumänistik, Ost- und Südosteuropawissenschaften an der Universität Leipzig studiert. Nach verschiedenen Fortbildungs- und Forschungsstationen u.a. an der Staatlichen Technischen Universität in Perm, der Central European University in Budapest oder am Deutsch-Rumänischen Interdisziplinären Forschungsinstitut in Bukarest war Frau Bopp-Filimonov Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der RWTH Aachen. Zur Zeit ist sie Referentin der Studienstiftung des deutschen Volkes e.V. für das Max Weber-Programm.

Publikationen (Auswahl): „Wir haben uns zurechtgefunden.“ Mangel und Überlebensstrategien in Rumänien in den 1980er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. In: Jahrbücher für Geschichte und Kultur Südosteuropas Bd. 6 (2004), S. 139-164; Die rumänische Revolution von 1989. Staatliche Inszenierung versus öffentlicher Diskurs. In: Gegenwart der Vergangenheit. Die politische Aktualität historischer Erinnerung in Mitteleuropa. Hg. Julian Pänke, Gereon Schuch. Baden-Baden, S. 25-30; Jurnalul din decembrie. Un inventar investigativ (übers. von Ovidiu Ţichindeleanu). In: Petrovszky, Konrad, Ovidiu Ţichindeleanu (Hg.): Revoluţia Română Televizată. Contribuţii la istoria culturală a mediilor. Hg. Konrad Petrovsky, Ovidiu Ţichindeleanu. Cluj 2009, S. 219-225.